New Work wird durch zwei Facetten definiert. Zum einen verändert sich die Arbeitswelt. Sie bewegt sich weg von der früheren Arbeitsteilung, hin zu einer agileren, komplexeren Arbeitswelt. Zum anderen hat sich der Blick auf Arbeit verändert. Sie ist nicht mehr nur Notwendigkeit zum Geldverdienen, sondern soll möglichst erfüllend und sinnhaft für die Arbeitnehmer*innen sein.

Diese Facetten machen New Work zu einem bedeutsamen Mindset. Wie genial wäre es, wenn die Menschen bei dem, was sie tun, Spaß und Erfüllung erleben und wir dadurch gemeinsam mehr erreichen?

Bei queo reagieren wir tagtäglich auf ein dynamisches und komplexes Umfeld und beschäftigen uns deshalb mit diversen Themen rund um New Work.

Gefühle galten über viele Generationen hinweg als Laster. Und auch heute sorgen emotionale Reaktionen in der Öffentlichkeit für Unbehagen oder sogar Schockmomente bei den Beobachtenden. Wenn das dann auch noch im Unternehmensumfeld vorkommt, wird schnell an der Kompetenz des Menschen gezweifelt.

Als wichtiger Teilaspekt von New Work beschäftigt uns das Thema emotionale Kompetenz.

Lena Best, unsere New Work Expertin und Mitglied des New Work Arbeitskreises bei Silicon Saxony, ermutigt Unternehmen, einen gesunden Umgang mit Emotionen zu fördern und die emotionale Kompetenz zu steigern.
Wie das gelingen kann und wie wir bei queo mit dem Thema umgehen, erklärt sie uns im Interview:

Auf der Big/Growing hast du den Vortrag "Die Zukunft wird emotional. Eine rationale Betrachtungsweise.“ gehalten. Aber wie passen Emotionen in den Unternehmenskontext? Und warum sollten sich Unternehmen damit beschäftigen?

Gefühle und Emotionen sind überall. Sie begleiten uns durch den Alltag und werden im Arbeitsumfeld nicht einfach abgestellt. Wir werden wütend, haben Angst, sind traurig oder verspüren Scham. Und obwohl Emotionen in Organisationen eine große Rolle spielen, besteht nach wie vor eine große Unfähigkeit, mit diesen Gefühlen umzugehen. Das führt unweigerlich zu ungelösten emotionalen Konflikten. Diese kreieren eine schlechte Arbeitsatmosphäre, die sich wiederum auf die Mitarbeiterbindung und ihre Leistung auswirkt.

Hier kommt die emotionale Kompetenz ins Spiel. Dabei sollen Gefühle weder eskalieren noch unterdrückt werden. Sondern ein gesunder Umgang gelernt werden, der dann auch ein gesundes Arbeitsumfeld unterstützt. Individuell fördert emotionale Kompetenz ein erfülltes Arbeiten, in dem man ganz man selbst sein kann, in selbstorganisierten Teams sorgt sie für mehr innere Stabilität und sind ein wichtiger Anker bei wegfallenden Strukturen.

Wie kommt es, dass Gefühle in vielen Organisationen aber weiterhin ein zweifelhaftes Schattendasein führen?

Das hat vor allem gesellschaftliche Hintergründe. Über viele Jahrzehnte hinweg war Rationalität tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. In der alten Arbeitswelt unter dem Dach der Arbeitsteilung war es lange nicht notwendig, sich am Arbeitsplatz mit der eigenen Emotionalität auseinanderzusetzen. Zudem überfodert und verunsichert uns das Verstehen von Gefühlen, da sie multidimensional sind und nicht wie Gedanken logisch und rational aufeinander aufbauen.

Okay, das klingt als wäre der Umgang mit Gefühlen festgefahren und nur schwer zu verändern. Stehen wir dem Althergebrachten nun hilflos gegenüber oder haben wir Chancen es zu verändern?

Wir haben eine ganz klare Chance. Gefühle sind zwar keine rationale Kopfsache, aber sie werden stark von unserem Denken beeinflusst. Wir können also "steuernd" wirken. Emotionale Kompetenz kann jede*r lernen und entwickeln.

Wo fange ich da bei mir selbst an? Wie kann ich meine emotionale Kompetenz steigern?

Der erste Schritt ist immer zu erkennen, dass man selbst emotionale Kompetenz braucht und sie einen weiterbringt. Dann geht es darum, sich selbst besser kennenzulernen, die eigenen Gefühle zu verstehen und den Umgang mit Struggle-Emotionen zu trainieren. Den Blick, den man dadurch auf sich selbst entwickelt, wendet man dann auch auf die Menschen in der persönlichen Umgebung an. Auch im Unternehmenskontext.

Jetzt fragen sich sicher viele wie sie das Gelernte am bestem im Unternehmenskontext einbinden können. Welche konkreten Maßnahmen zur Steigerung der emotionalen Kompetenz gibt es denn bei queo?

Gefühle dürfen bei queo schon immer da sein. Wir schaffen bewusst Raum für die emotionale Ebene. Dazu haben wir gezielt Maßnahmen etabliert. In der Führungsarbeit setzen wir auf Mitarbeitergespräche und Jourfixe-Termine. Zusätzlich bieten wir Coaching-Angebote und haben die queo Balance Reihe etabliert, in der wir Bewusstsein aufbauen und der Tabuisierung emotionaler Themen entgegenwirken. Aber wir sind noch lange nicht fertig und arbeiten weiter daran, das Arbeitsumfeld bei queo für unsere Mitarbeitenden zu optimieren.

Wagen wir den Blick in die Kristallkugel: Was kann queo in Zukunft noch tun, um sich und die Mitarbeitenden weiterzuentwickeln?

Emotionale Kompetenz ist eine Art magischer Schlüssel für alle Lebenswelten und wir haben es in der Hand, ihn zu nutzen. Bei queo ist emotionale Kompetenz in der Zukunft ein selbstverständlicher Bestandteil der Kompetenzbewertung und -entwicklung aller Mitarbeitenden. Hierfür setzt queo auf ein Reifegradmodel, mit dem wir emotionale Kompetenz als eine Metakompetenz in unseren selbstorganisierten Teams fest verankern und weiterentwickeln.