queolumni Story - Anja
Der Rote Faden im Chaos
Manche Menschen suchen nach Struktur. Anja Wittenberger erschafft sie. Schon während ihrer Zeit bei queo, wo sie 2008 als Senior Projektmanagerin arbeitete, wollte sie verstehen, was Menschen brauchen, um gut zusammenzuarbeiten. Statt sich zuerst auf Prozesse zu konzentrieren, lernte sie Kollegen beim Mittagessen kennen, stellte Fragen und suchte nach den Mustern hinter dem Arbeitsalltag.
Heute macht sie genau das zu ihrem Beruf: Nach ihrer Rückkehr in die Selbstständigkeit spezialisierte sie sich auf Organisationsentwicklung. Als „Detektivin für wirksame Arbeit“ begleitet sie Unternehmen in Veränderungs- und Transformationsprozessen und erzählt in ihrem Hörspiel-Podcast Fälle aus der Organisationsentwicklung im Krimistil. Als „Choreografin für kluge KI-Integration“ unterstützt sie Teams außerdem dabei, Künstliche Intelligenz sinnvoll in ihre Arbeitswelt zu integrieren.
In unserer queolumni Story erzählt sie von ihrem Weg zu queo, ihrer ersten Festanstellung überhaupt, den Menschen, die sie geprägt haben, und den Erfahrungen, aus denen schließlich ihre heutige Berufung entstanden ist.
Zwischen Struktur und Kreativität

Hi Anja, zum Einstieg ein paar kleine Warmup-Fragen:
Tee oder Kaffee?
Definitiv beides. Morgens starte ich mit Kaffee und Tee, nur wenn ich krank bin, bleibt der Kaffee aus, was mir allerdings jedes Mal in der Seele weh tut.
Buch oder Podcast?
Prinzipiell beides. Bücher liebe ich für ihre Tiefe, Podcasts höre ich im Alltag aber deutlich häufiger.
To-Do-Liste oder Post-Its an der Wand?
Beides. To-Dos entstehen oft erst auf Zetteln, landen am Ende aber auf einer Liste und sobald andere beteiligt sind, wird diese digital.
Remote oder vor Ort?
Auch hier: beides. Remote für die schnelle inhaltliche Zusammenarbeit, vor Ort, wenn Beziehungen, schwierige Themen oder die Stimmung im Raum eine wichtige Rolle spielen.
Chaos oder Struktur?
Mein größtes Talent ist es, in Chaos Muster zu erkennen und daraus Strukturen zu schaffen, die Zusammenarbeit möglich machen. Genau das ist auch der Kern meiner Arbeit als Organisationsberaterin.
Zuhören, verstehen, gestalten
Was hat dich damals zu queo geführt?
Alles begann mit einem Gespräch mit Severin Taranko im Hechtviertel, während ich gerade an Storyboards für einen Kurzfilm arbeitete. Bei queo wurde damals nach einer Person gesucht, die kreative Prozesse strukturieren und Projektmanagement aufbauen konnte. Für mich kam das Angebot genau zur richtigen Zeit: Ein wichtiger Kunde war weggebrochen und gleichzeitig reizte mich die Chance, erstmals in einer Agentur zu arbeiten. Also saß ich mit meiner heutigen Frau zusammen und machte die klassische Pro-und-Contra-Liste zwischen Selbstständigkeit und Festanstellung.
Wie hat man dich bei queo erlebt?
Vor allem hat man mich wohl in Einzelgesprächen und bei der Moderation von Gruppenterminen erlebt. Mir war es wichtig zu verstehen, was Menschen brauchen, um gut arbeiten zu können und wie wir gemeinsam möglichst ergebnisorientiert zusammenarbeiten. Dafür habe ich viele Gespräche geführt, was damals durchaus für Irritationen sorgte. Manche dachten sogar, ich würde Mitarbeitergespräche führen. Dabei wollte ich die Menschen einfach kennenlernen und verstehen, was sie brauchen.
Dabei ging es nie um formelle Gespräche, sondern darum, die Menschen kennenzulernen und einen passenden Arbeitsrahmen für sie zu schaffen. Gleichzeitig war ich damit beschäftigt, mehr Struktur und methodisches Arbeiten in die kreativen Prozesse zu bringen. Das fiel in eine Zeit des Umbruchs bei queo, in der sich viele Abläufe und Strukturen neu sortierten.
Rückblick auf eine prägende Zeit
Was hat dich bei queo besonders geprägt oder herausgefordert?
Besonders geprägt hat mich, dass queo meine erste Festanstellung war. In dieser Zeit habe ich gelernt, was es bedeutet, Teil einer Organisation zu sein, mit Hierarchien, unterschiedlichen Rollen und Kommunikationswegen. Dabei bin ich sicherlich in einige Fettnäpfchen getreten, habe aber gleichzeitig entdeckt, wie sehr mich die Themen Organisation und Zusammenarbeit faszinieren. Die Erfahrung hat den Grundstein für meinen heutigen Weg in der Organisationsentwicklung gelegt.

Gibt es Momente oder Projekte, an die du heute noch gern zurückdenkst?
Besonders gern erinnere ich mich an ein Projekt für Société Générale zurück, bei dem wir Storyboards für verschiedene Clips entwickelt haben. Das hatte zwar wenig mit meiner eigentlichen Projektmanagementarbeit zu tun, dafür durfte ich selbst wieder kreativ werden und Geschichten entwickeln. Im Vergleich zu meiner sonstigen Aufgabe, bei der ich oft Prozesse strukturieren und einheitliche Arbeitsweisen etablieren sollte, war das ein willkommener Ausgleich. Die Arbeit hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und ist mir bis heute in bester Erinnerung geblieben, weil sie mein kreatives Herz getroffen hat.
Gibt es etwas, was du deinem früheren queo-Ich mit auf den Weg geben würdest?
Definitiv, ja. Die Dinge nicht persönlich nehmen, wenn Konflikte entstehen, sondern verstehen, warum Menschen so handeln, und welche Interessen dahinterstecken. Damals habe ich vieles noch sehr persönlich genommen, aber das war auch eine andere Zeit.
Freundschaften über die queo-Zeit hinaus
Gibt es heute noch Berührungspunkte mit queo oder den queos?
Ja, einige Verbindungen sind geblieben. Mit Karin halte ich bis heute Kontakt, auch wenn zwischen zwei Gesprächen manchmal ein paar Jahre liegen. Außerdem begegne ich immer wieder ehemaligen queos, schließlich ist queo in Dresden sehr präsent. Besonders wertvoll ist für mich aber die Freundschaft zu Heike, die ich während meiner Zeit bei queo kennengelernt habe. Wir sind bis heute eng befreundet und auch unsere Familien stehen in Kontakt.
Was würdest du queo aus deiner heutigen Sicht gerne sagen?
Wenn ich heute auf queo blicke, bin ich beeindruckt, wie sich das Unternehmen entwickelt hat. Nicht nur das Wachstum, sondern auch die Marke, die Haltung und die Ausstrahlung von queo finde ich bemerkenswert. Bei einem Sommerfest habe ich erlebt, wie die Menschen dort miteinander umgehen, und dachte kurz: Schade, dass ich nicht länger Teil davon war. Besonders schätze ich auch das gesellschaftliche Engagement und die Verantwortung, die queo in Dresden übernimmt. Von solchen Unternehmen dürfte es gerne mehr geben!
Ganz zum Schluss noch eine Frage...

Verrätst du uns etwas über dich, das kaum jemand weiß? Auch deine ehemaligen queo-Kolleg*innen nicht?
Ich habe in der 3. Klasse die Dresdner Mathematik-Olympiade gewonnen.
Danke dir Anja für das tolle Interview und die persönlichen Einblicke.