Bei queo hat Anja Schulze als erste überhaupt die Position der Marketingmanagerin besetzt. Von 2011 bis 2016 hat sie den Bereich mit aufgebaut, jede Weihnachtsfeier und jedes Sommerfest organisiert und gemeinsam mit Dominik Bock und Bernhard Kelz Social Web macht Schule gegründet. Eine Absolventin direkt in diese Rolle zu bringen, war damals ein mutiger Schritt, aber Anja war von Anfang an professionell, zuverlässig und wissbegierig, hat jedes Thema ernst genommen und sich darin weiterentwickelt. Es war eine fruchtbare Zeit, in der queo spürbar gewachsen ist und welche aktiv durch Anja mit geprägt wurde.

Heute lebt Anja in Stockholm, ist mittlerweile auch Schwedin und hat einen Job, den sie sich selbst nie zugetraut hätte: Sie arbeitet als Business Controllerin, komplett on the job umgelernt, nach über zehn Jahren im Marketing. Sich selbst beschreibt sie als Familien- und Naturmensch, beruflich inzwischen als Zahlenmensch, "obwohl ich nie gedacht hätte, dass mir das Spaß macht". 

Freut euch auf Einblicke in Anjas Zeit bei queo, inklusive einer Bewerbungspräsentation, die sie wahrscheinlich nie vergessen wird. Viel Spaß beim Lesen!

Kaffee, Podcasts und Struktur

Hi Anja, zum Einstieg ein paar kleine Warmup-Fragen:

Tee oder Kaffee?

Kaffee. Lustige Story: An meinem ersten Tag bei queo hat mir Dominik die Küche und die Kaffeemaschine gezeigt, und ich meinte nur: "Ich trinke keinen Kaffee." Das Berufsleben hat mich dann doch eines Besseren belehrt.

Buch oder Podcast?
Mittlerweile Podcast.

Remote oder vor Ort?
Vor Ort.

Chaos oder Struktur?
Struktur, ganz klar!

Eine Präsentation, ein Kinderwagen und etwas Glück – Anjas Start bei queo

Was hat dich damals zu queo geführt?

Ehrlich gesagt war das ziemlich unspektakulär: queo hatte die Stelle ausgeschrieben, ich habe mich beworben. Es war mein erster Job direkt nach dem Studium.

Erinnerst du dich noch an deinen ersten Tag?

An den ersten Tag selbst erinnere ich mich kaum noch, außer eben an die Sache mit der Kaffeemaschine. Was ich aber nie vergessen werde, ist eine Szene aus dem Bewerbungsprozess: Als Testaufgabe musste ich eine Präsentation vor dem damaligen Geschäftsführer Rudi Henke und Dominik halten. Dominiks Tochter, damals etwa zwei Jahre alt, war krank und musste mit ins Büro - und knallte während der gesamten Präsentation immer wieder mit ihrer Puppe im Kinderwagen gegen die Glastür. Ein echter Stresstest: nicht nur vor den beiden präsentieren, sondern auch noch gegen die Ablenkung ankommen. Hat trotzdem geklappt, offensichtlich, den Job habe ich bekommen. ;)

Wo und wie hat man dich bei queo erlebt?

Ich war 22, als ich bei queo angefangen habe, also wirklich jung, aber das hat im Prinzip keine Rolle gespielt. Ich habe von Anfang an viel Verantwortung bekommen, habe alles machen können, was ich mir selbst zugetraut habe. Ich war eine der ersten Marketingmanagerinnen überhaupt bei queo, vorher hatte das die Geschäftsführung selbst mit erledigt. Weil ich für alle Feste zuständig war, habe ich über die Jahre auch sämtliche Weihnachtsfeiern und Sommerfeste organisiert. Die Website haben wir außerdem, glaube ich, zwei- oder dreimal neu aufgesetzt. Gegen Ende meiner Zeit bei queo hatte ich dann ein ganzes Marketingteam, habe meinen Ausbilderschein gemacht und selbst auch ausgebildet.

Verantwortung, die geprägt hat

Was hat dich bei queo besonders geprägt oder herausgefordert?

Die flachen Hierarchien und das Vertrauen, das ich bekam, waren am Anfang auch herausfordernd: Noch nicht mal ein halbes Jahr im Job, bin ich schon ganz allein zu einer Messe gefahren. Sowas hatte ich vorher noch nie gemacht. Geholfen hat mir dabei, glaube ich, das Gefühl: Wenn es schiefgeht, ist das okay, man wird deswegen nicht gleich rausgeschmissen. Im Hintergrund habe ich außerdem wahnsinnig viel gelernt, etwa weil Dominik mir immer wieder Dinge erklärt hat. Mein ganzes Finanzwissen habe ich eigentlich von ihm, obwohl ich damit gar nicht viel zu tun hatte. Er und die ganze Geschäftsführung waren immer sehr transparent damit, warum sie Entscheidungen treffen.

Gibt es Projekte, an die du heute noch gern zurückdenkst?

Ganz besonders eins, auch wenn es eigentlich gar nicht so richtig in meinen Aufgabenbereich fiel: Zusammen mit Dominik und Bernhard Kelz habe ich Social Web macht Schule gegründet. Das war Dominiks Idee - er kam zu mir und sagte, die Kinder sind in Social Media unterwegs, aber Eltern und Lehrer haben keine Ahnung, da müssen wir etwas machen. Wir waren dann an den ersten Schulen, haben die ersten Workshops gehalten, RTL war mal mit dabei. Heute ist das alles viel professioneller, mit Leuten, die das hauptberuflich machen. Darauf bin ich schon stolz, dass es das immer noch gibt.

Dazu kommt die CeBIT, damals mit queoflow im Softwarebereich. Das war ein Riesenprojekt, auch wenn es rückblickend gar nicht so erfolgreich war. Und die Zehn-Jahres-Feier 2014 im Carolaschlösschen, für die wir sogar eine kleine queo-Ausstellung gemacht haben, wie ein Museum. Auch das All-White-Shooting und die abenteuerliche Weihnachtsfeier im Erzgebirge sind mir in guter Erinnerung geblieben: Der geplante Biathlon fiel wegen eines Sturms aus, wir waren im Schneesturm unterwegs und sind mit einem Auto festgefahren. Irgendwann habe ich zu Dominik aber gesagt: Mir reicht's, ich will auch mal auf eine Feier gehen und sie einfach nur genießen. 

Welche Haltung und Denkweise hast du von queo mitgenommen, die dich bis heute begleitet?

Vor allem zwei Dinge: die Loyalität zum Arbeitgeber, sich mit der Firma zu identifizieren, nicht auf ungesunde Art, aber im Sinne von: Es macht mehr Spaß, wenn man für die Sache brennt. Und den fehlenden Respekt vor Autoritäten, im positiven Sinn. Bei queo habe ich gelernt, wirklich auf Augenhöhe mitzudiskutieren, egal mit welcher Leitungsebene, und kritische Fragen zu stellen. Zum Glück ist das in Schweden auch so, sonst wäre es vielleicht schiefgegangen. 

Und dann: die Offenheit, immer wieder Neues auszuprobieren. Bei queo habe ich fast alle zwei Jahre etwas Neues gemacht, neue Positionen übernommen, bin immer weitergewachsen. Das wollte ich natürlich auch selbst, aber Dominik hat mich auch dazu gepusht und immer gefragt, was als Nächstes kommt. Das habe ich mir für spätere Arbeitgeber mitgenommen.

Einmal queo, immer queo?

Gibt es heute noch Berührungspunkte mit queo oder den queos?

Ja, einige. Privat habe ich Kontakt zu Dominik und besuche ihn auch, wenn ich in Dresden bin. Und ich bin eigentlich die letzten Jahre immer mal bei queo vorbeigekommen, wenn ich meine Eltern besuche und ein paar Tage länger da bin. Auch mit anderen queolumnis habe ich noch Kontakt, vor allem mit Bernhard. Aus der Arbeit an Social Web macht Schule ist eine richtige Freundschaft geworden. Den queolumni-Newsletter bekomme ich natürlich auch noch, und ich denke wirklich gerne an die Zeit zurück. 2021 musste ich aus privaten Gründen länger in Dresden bleiben und durfte währenddessen bei queo sitzen und arbeiten, hatte da sogar ein Büro. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich, aber man kann sich einfach immer auf dieses Netzwerk verlassen, das finde ich ganz toll und einzigartig. Mit Dominik nochmal zusammenzuarbeiten, würde ich wirklich gern, auch wenn das aus Schweden heraus wohl unrealistisch ist.

Ganz zum Schluss noch eine Frage...

Verrätst du uns etwas über dich, das kaum jemand weiß? Auch deine ehemaligen queo-Kolleg*innen nicht?

Was mir bis heute fehlt, ist die Lauchsuppe aus der queo-Küche. Das war eine Hackfleisch-Lauch-Käsesuppe und die war der Hammer. Zu meiner Zeit wurde mittags immer gemeinsam gekocht, und es gab richtige Kochgruppen, die sich um die Zeitslots in der Küche gestritten haben.

Danke dir Anja für das tolle Interview und die persönlichen Einblicke. Wir freuen uns schon sehr auf ein Wiedersehen und darauf, vielleicht bald mal auf einem queo Sommerfest gemeinsam feiern zu können - ganz entspannt ohne Organisationsstress für dich! ;)